Studienauftrag Sanierung MFH Fähnlibrunnenstr. 3&5 2. Rang

2019

Bauherrschaft
Zurich Versicherung

Projekt
Wettbewerb2019

Das Sanierungskonzept basiert auf der genauen Analyse des Bestandes. Die Liegenschaft Fähnlibrunnenstrasse 3 & 5 in Küsnacht, Zürich wurde im Jahr 1972 erstellt. Der ursprüngliche Entwurf des Gebäudes stammt vom bekannten Architekten Eduard Neuenschwander, welcher ab den 50er-Jahren bis in die späten 1990er Jahren ein bedeutendes Werk an Bauten im Kanton erstellte. (Kantonschule Rämibühl, Gebäude Freiestrasse Universität Zürich, diverse private Wohnbauten) Das Gebäude an der Fähnlibrunnenstrasse wurde allerdings nicht nach den Originalplänen Neuenschwanders erstellt. Die Erschliessung und die Wohnungsgrundrisse sind entsprechend der Grundidee umgesetzt worden und Überzeugen durch ihre Kompaktheit und hohe Dichte. Allerdings sind die tiefen Grundrisse durch die sehr kleinen Fensterproportionen sehr schlecht belichtet und wirken dunkel und abweisend. Auch entsprechen die Grösse und Anordnung von Küche und Nasszelle in den Wohngeschossen nicht mehr den heutigen Ansprüchen und Normen. Die energetische Sanierung aus dem Jahre 2004 zeigt bauphysikalische Mängel und insgesamt wirkt die Liegenschaft von Aussen abweisend.

Das Entwurfskonzept der geplanten Gesamtsanierung nimmt die Qualitäten der Liegenschaft auf. Die Fenster auf der Ostfassade werden vom ursprünglichen Entwurf Neuenschwanders abgeleitet und wesentlich vergrössert. Durch die brüstungslosen Fensterfronten erhalten die dahinter liegenden tiefen Grundrisse eine bessere Belichtung. Die vorgehängten Pflanzgefässe im Bereich der Brüstungen dienen dem freundlicheren Ausdruck der Hauptfassaden und beziehen sich als Referenz auf die naturverbundenen Entwürfe Neuenschwanders. Die neue Gliederung der Fassade verweisst auf die Grundidee Neuenschwanders und dessen ursprünglichen Entwurf. Die vorgehängte Glasfaser-betonfassade bezieht sich auf den vorhandenen Grundrissraster. Stützen- und Gurtelemente aus glatten Fassadenprofilen gliedern die Fassade. Zurückversetzte Fassadenplatten aus strukturierten Glasfaserbetonelementen ergänzen die Restflächen neben den grosszügigen Fensteröffnungen. So erhält die Fassade einen stilvollen Ausdruck und repräsentiert sich an bester Lage in unmittelbarer nähe zum Bahnhof als moderner und zeitgemässer Wohnbau.

Die inneren Umbauten beschränken sich im Wesentlichen auf die neue Organisation der Nasszellen und Küchenanordnung. Die sehr beengenden Verhältnisse in diesen Bereichen genügen den heutigen Anforderungen und der Norm SIA 500 (Behinderten-Norm / Gesetz) im Wohnungsbereich nicht mehr. Die neue Disposition von Nasszelle und Küche in allen Wohnungen erfüllt die Vorgaben der SIA 500. Die entsprechende Anordnung wirkt speziell auch im Eingangsbereich grosszügiger bei wenig Flächenverlust. Der Wohnungsspiegel wird geringfügig angepasst. Im Attika werden aus zwei Grosswohnungen vier kleinere Wohneinheiten unterteilt. Zwei grosse Attikawohnungen bleiben zur Diversifizierung des Wohnungsspiegels erhalten, bekommen aber ebenfalls grosszügigere Nasszellen und moderne Küchen.